NAS-Ausfall (1) - der Moment der Wahrheit

Mein NAS-Setup

Die Daten meiner kleinen Familie werden zentral im Netzwerk auf einem NAS gespeichert. Als jahrelanger Synology-Nutzer sieht mein Setup aktuell wie folgt aus:

Primäres NAS

  • Ein Synology 220+ NAS mit zwei 8TB HDDs im RAID-1-Verbund läuft 24/7. Es sichert alle privaten Daten sowie zentrale Dienste wie VMs und Container für die das RAM erweitert wurde.

Backup-NAS

  • Ein Synology 414 NAS mit:
    • einer 6TB HDD (Single Disk) für das tägliche HyperBackup der 220+
    • drei 2TB HDDs im RAID 5 – darauf läuft zusätzlich ein PLEX-Server

Der PLEX-Server liefert abends bei Bedarf etwas Hollywood-Content – nicht 24/7 verfügbar und ein Verlust wäre leicht verschmerzbar, darum gibt es von diesem RAID-5 kein Backup.

Das Backup-NAS läuft automatisiert nur mittags, wenn statistisch am ehesten PV-Überschussstrom vorhanden ist. Sobald das HyperBackup abgeschlossen ist, fährt das 414 automatisch herunter. Bei Film-Bedarf wird es per Wake-on-LAN gestartet – etwa einmal pro Woche.

Offsite-Backup

  • Eine externe WD 10TB My Book USB 3.0 HDD liegt bei den Schwiegereltern (offsite & offline) und soll laut Plan jährlich aktualisiert werden.

Soweit die Theorie.
Und dann kommt das Leben.


01.02.2026 – Alles perfekt

Zum Monatswechsel erhalte ich um Mitternacht meinen monatlichen Festplatten-Integritätsbericht per Mail.

No problem detected with the drives in DSM.

Alles sauber. Keine Probleme. Wenn irgendwann ein SMART-Wert steigt oder eine HDD ausfällt – tauscht man sie eben aus.


03.02.2026 – irgendwann spät am Abend

In der Nacht vom 2. auf den 3. Februar wird – ohne mein Zutun – ein nächtliches Minor-Update durchgeführt.

DSM 7.2.2-72806 Update 6 wird in 10 Minuten automatisch installiert.

Es ist 01:42 Uhr. Ich sitze noch am PC und treffe Reisevorbereitungen. 15 Minuten später: lautes Alarm-Piepsen. ALAAAARM!! ALAAAARM!!

Stromausfall? Nein – mein Arbeitsplatz und das Licht hängt an einer USV, aber auch in der Küche sind alle Displays an. Dann denke ich an die wenige Stunden zuvor installierten X-Sense Rauchmelder. Vielleicht Staub?

Doch der Alarm kommt nicht vom Rauchmelder. Er kommt aus meinem Server Rack. Aus dem NAS?

Die HDD-LEDs: beide grün. Optisch alles normal.


Der Moment, den man nicht erleben möchte

Login über die GUI.

Das System läuft. Alle User da. Alle Konfigurationen da. Beide Laufwerke „gesund“.

Aber:

Der Daten-Speicherpool ist nicht mehr da.

Status: nicht mountbar. „Manuell mounten“ → Fehler. „Bitte starten Sie das System neu.“

Zwei Neustarts später: keine Veränderung.

Das bedeutet: ALLE privaten Daten sind weg.

Fotografie ist eines meiner größten Hobbys. Kinderfotos. Geburtsfotos. Hochzeitsfotos. Erinnerungen seit meiner Jugend. Alles. Die Dokumente liegen auch in der Cloud - aber um die mache ich mir weniger Sorgen als um die nicht wiederbringbaren Erinnerungen.

Der Schock sitzt tief.


Hoffnung – aber nur ein bisschen

Ich fahre das Backup-NAS hoch. Im Scan-Ordner liegt eine Datei vom Vortag.

Das Backup ist nur wenige Stunden alt. Wenigstens das.

Aber: Das Backup liegt auf einer einzelnen, zehn Jahre alten HDD.

Mein Magen zieht sich zusammen.

Was, wenn genau jetzt diese Platte stirbt?


Abbruch.

Ich fahre beide NAS-Systeme herunter.

Ich gehe ins Bett.

Übernächtigt weiterzumachen wäre gefährlich. Jetzt darf kein Fehler passieren.

Hier geht es bald weiter …

Kommentare

Beliebte Posts